Episode 03 – Digitaler Humanismus

„Definiert der Mensch die Technologie oder definiert die Technologie den Menschen?“, fragt Prof. Edward Lee in seinem 2020 erschienenen Buch „The Coevolution – The Entwined Future of Humans and Machines“.

Prof. Lee war unser Gast in Episode 03 von „IMAGINE – The Podcast, Rethinking Technology“ und wir haben uns zum Thema „Digital Humanism“ angeregt unterhalten.

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Was ist Digitaler Humanismus? Das Wiener Manifest zum Digitalen Humanismus beschreibt diese Bewegung und ihre Notwendigkeit sehr schön:

„Anstatt zuzulassen, dass die Technologie den Menschen formt, müssen wir die Technologie nach den menschlichen Werten und Bedürfnissen gestalten. Wir fordern einen Digitalen Humanismus, der das komplexe Zusammenspiel von Technologie und Menschlichkeit beschreibt, analysiert und vor allem beeinflusst, um eine bessere Gesellschaft und ein besseres Leben zu schaffen und dabei die universellen Menschenrechte zu wahren.“

Wenn wir das Problem der Steuerung der Technologieentwicklung zum Nutzen der Menschen in den Griff bekommen wollen, müssen wir mehr als nur die Technologen einbeziehen, es muss eine transdisziplinäre Vorgehensweise sein.

Prof. Edward A. Lee – University of California – Berkeley

Edward A. Lee

Robert S. Pepper Distinguished Professor
in Electrical Engineering and Computer Sciences (EECS)
University of California, Berkeley

Mit Prof. Lee, einem weltweit anerkannten Experten auf diesem Gebiet, der auch als Senior Visiting Fellow im Rahmen des neuen Digital Humanism Fellowship Program des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundesministerium für Klimapolitik tätig war, sprachen wir über Fragen wie:

Wir hoffen, dass Ihnen diese Folge genauso viel Spaß macht wie uns!

  • Was war Ihre eigene Motivation, in Ihren Arbeitsbereich zu gehen?
  • Was sind gängige Mythen über KI, mit denen Sie gerne aufräumen würden?
  • Beherrscht derjenige, der die Sprache zwischen Mensch und Maschine bestimmt, auch die Welt?
  • Ist KI eine Utopie, die nie die Komplexität eines menschlichen Gehirns erreichen kann?
  • In Ihren Büchern sprechen Sie von einer symbiotischen, nicht von einer parasitären Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Wie könnte das aussehen?
  • Erst die Partnerschaft zwischen Menschen und Maschinen macht die Maschinen so wertvoll. Würde eine reine Maschinenwelt die Maschinen wertlos machen?
  • Es gibt immer noch viel mehr Dinge, die eine Maschine nicht tun kann, als die, die sie tun kann. Was würden Sie sich von einer KI wünschen, was sie heute nicht kann?

Kurzbiographie Prof. Edward Lee
Edward Lee ist Distiguished Professor (Emeritus) in Electrical Engineering and Computer Sciences an der University of California, Berkeley, und seit kurzem Senior Visiting Fellow des neuen Digital Humanism Fellowship Program des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundesministerium für Klimapolitik. In Berkeley leitet er das iCyPhy, ein Forschungszentrum, das sich mit industriellen cyber-physischen Systemen beschäftigt. Er ist auch Autor von „Plato and the Nerd“ (erschienen bei MIT press) und anderen Büchern.

Tausende von Ideen konkurrierten miteinander, und nur wenige von ihnen setzten sich durch. Alle, auch die, die sich durchsetzten, veränderten sich weiter, und keine davon war unter der Kontrolle eines Einzelnen. Es gab viele Individuen, die einen bedeutenden Einfluss darauf hatten, aber Kontrolle – nein. Das war kein intelligentes Design von oben nach unten, das war ein evolutionärer Prozess.wagt.

Edward Lee über die Entwicklung des „World Wide Webs“.

Dies ist die dritte Episode des IMAGINE Podcasts des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, in dem wir Ihnen zeigen, welch großartige Projekte und Forscher:innen wir im Bereich der Digitalen Technologien in Österreich haben.

Konzept und Produktion: Ursula Eysin & Xaver Kettele – Red Swan

Photos: Xaver Kettele

Musik: Georg Hartwig

Extra Aufnahmen: Brayden Medlin