„nachhaltige“ Nanotechnologie: Technik für den Menschen

Uhrzeit: 15:30-16:00
Plattform: Stream 1

Das weitreichende Potenzial nanotechnologischer Entwicklungen zeigt sich z.B.: in sensortechnologischen Anwendungen in der Medizin, wie diese u.a. in europäischen Forschungsprojekten bearbeitet werden. Neben den technologischen Aspekten ist Nachhaltigkeit das „hot topic“. Sicherheit sowie
Nachhaltigkeit sind gerade in Hinblick auf medizinische Anwendungen essentiell, um den Markt zu erreichen. Technische Anwendungen sowie Sicherheits- und Nachhaltigkeits-Aspekte werden im Fokus dieser Session stehen.

Moderation

Andreas Falk, MSc., BioNanoNet Forschungsgesellschaft mbH
Biografie:
Andreas Falk (MSc.) studierte medizinisch-technische Analytik sowie Betriebswirtschaft, hat seit 2008 die BioNanoNet Forschungsgesellschaft mbH aufgebaut und leitet diese als Geschäftsführer. In mehr als 40 internationalen Forschungsprojekten war bzw. ist er in den Themenfeldern Nanomedizin, Nanosicherheit, Innovation und nachhaltige Entwicklung involviert. Er präsentierte mehr als 90 Vorträge und über 30 Poster an wissenschaftlichen Konferenzen bzw. Workshops und hat >15 Publikationen veröffentlicht. Er war und ist maßgeblich in der Entwicklung des „safety and sustainability by design“-Konzepts (SSbD) involviert, und arbeitet aktiv in der Gestaltung der Strategien zur Umsetzung des SSbD im europäischen High-tech Umfeld mit.
Keynote

Blutkalium Bestimmung mit dem Smartphone

DI Dr. Martin Hajnsek, Kompetenzgruppenleiter, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
Biografie:
Martin Hajnsek studierte Technische Chemie an der TU Graz, beschäftigte sich bereits in seiner Diplomarbeit mit Sensorik für die Humanmedizin und schloss sein Studium mit dem Doktorat im Bereich analytische Chemie ab. Nach 10-jähriger Erfahrung in der Entwicklungsabteilung eines internationalen Diagnostik-Unternehmens wechselte Martin Hajnsek 2010 zum HEALTH – Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research. Dort leitet er die Kompetenzgruppe "medizinische Sensorik", die sich als Bindeglied zwischen medizinischer Grundlagenforschung und industrieller Anwendung sieht. Mit einem Fokus auf elektrochemische Sensorik entwickelt und evaluiert Martin Hajnsek mit seinem Team medizinische Diagnostiklösungen von der Idee bis zum Prototyp für die klinische Testung und umfasst dabei die Anwendungsbereiche in-vivo Monitoring und in-vitro Point of Care Tests. In seiner beruflichen Laufbahn hat Martin Hajnsek 6 Patente im Bereich der Sensortechnologie angemeldet und hat in den Jahren 2015 und 2016 jeweils den "Human Technology Interface" Forschungspreis des Landes Steiermark gewonnen.
Beitrag:

Im EU Projekt NextGenMicrofluidics (www.nextgenmicrofluidics.eu) werden sensorbasierte Lab-on-a-Foil Systeme entwickelt, die eine kostengünstige Anwendung in der medizinischen Diagnostik erlauben.
Patienten mit chronischer Herzschwäche oder eingeschränkter Nierenfunktion benötigen regelmäßige Blutkaliumtests, ähnlich der Blutzuckertests für Patienten mit Diabetes.
Die entwickelten Biosensoren für Kalium bestehen aus miniaturisierten, siebgedruckten Elektroden auf Polymerfolien, die in mikrofluidische Strukturen für Probentransport und Sensorkalibration integriert sind. Eine spezielle Membran über der Arbeitselektrode sorgt für die spezifische Bestimmung der Kalium Ionenkonzentration. Die folienbasierten Sensorstreifen sollen den Patienten ermöglichen, zu Hause selbst den Blutkaliumwert zu bestimmen. Ein Mikrochip auf dem Sensor erlaubt dabei die Messung über das Smartphone. Über das NFC Feld des Smartphones erfolgt die Steuerung der Messung, die Datenübertragung und auch die Energieversorgung des Mikrochips.

Diskussion

Dr. Stefan Köstler, wissenschaftlicher Leiter, Firma Erba Technologies Austria GmbH
Biografie:
Stefan Köstler studierte Chemieingenieurwesen und promovierte in physikalischer Chemie. Daraufhin widmete er sich der angewandten Forschung in den Themenfeldern: Chemo- und Biosensorik, Mikrofluidik, sowie Oberflächen- und Beschichtungstechnologien. In diesen Gebieten war er in viele nationale und internationale F&E Projekte involviert und veröffentlichte mehr als 45 referierte Publikationen. Bis 2016 leitete er die Forschungsgruppe „Sensorik und funktionelle Drucktechnologien“ am MATERIALS Institut der JOANNEUM RESEARCH. Seit 2017 widmet er sich industriellen Entwicklungsaktivitäten in der Medizintechnik- und Diagnostikindustrie. Zuerst als Leiter des Bereichs „Enabling Technologies“ der PAYER Medical GmbH und derzeit als F&E Leiter der Erba Technologies Austria GmbH. Erba Technologies Austria ist ein Entwicklungs- und Produktionsstandort der Erba Mannheim Gruppe als weltweit tätiger Hersteller von Produkten für die in-vitro Labordiagnostik.